Governance, Risk und Compliance: Transparenz und Steuerung der Sicherheit
Im Bereich der Transparenz und Steuerung der unterschiedlichsten
Aspekte von Sicherheit sind Governance-, Risk-, Compliance- (GRC) und
IT-GRC heutzutage viel zitierte Begriffe. Aber was ist eigentlich der
Kern von GRC und können moderne Unternehmen durch GRC heutzutage mit
vernünftigem Aufwand die gewünschte Transparenz in diesen Bereichen
herstellen?
Governance-, Risk- und Compliance-Management (GRC) beschreibt den
integrierten Umgang mit verschiedenen, ähnlich gelagerten
Aufgabenbereichen, die heute schon alle fixer Bestandteil moderner
Unternehmensführung sind:
-
Governance: das Erzielen höchstmöglicher Transparenz in Entscheidungen und Managementprozessen
-
Risk: das aktive Steuern von Chancen und Risiken des Unternehmens
-
Compliance: das Sicherstellen der Einhaltung gesetzlicher sowie interner Regelungen
Die meisten Unternehmen wurden bereits in der Vergangenheit mit
Teilaspekten dieser Anforderungen konfrontiert und haben
anforderungsgemäß jeweils die spezifischen Themen (z. B.
Risikomanagement) als Prozess in die Steuerungsinstrumente der
Unternehmensführung eingebaut. Speziell die Divergenz externer
Regularien zu den unternehmensinternen Anforderungen stellen
Unternehmen hierbei vor große Herausforderungen – dies zeigt sich
besonders beim alljährlichen Besuch der Wirtschaftsprüfer.
Geht es um die Konformität zu externen Forderungen durch Gesetze
und Vertragspartner, ist das Top-Management der richtige
Ansprechpartner, während bei Kundenanforderungen häufig der Vertrieb
und in der Regel auch die interne Revision noch ein Wort mitzureden
haben. Aber alles dies stellt auch Anforderungen an die internen
Kontrollprozesse und damit gleichzeitig an die IT. Leider führen
Unternehmen in allzu vielen Fällen noch redundante Aktivitäten aus, die
alle das gleiche Ziel haben: Die Vereinbarkeit der täglichen Praxis
mit externen Regelungen, die Übersetzung in interne Regeln und deren
Einhaltung beziehungsweise die Dokumentation und Überprüfung der
Einhaltung sowie ein funktionierendes Risikomanagement.
Eine in vielen Unternehmen bekannte Situation ist folgende: Der
Wirtschaftsprüfer überprüft im Rahmen der Jahresabschlussprüfung auch
die IT-Kontrollmechanismen. Oft wurden die Ansprechpartner, die nun vor
dem Wirtschaftsprüfer Rede und Antwort stehen, dabei bereits davor
schon mit sehr ähnlichen Fragen von der internen Revision, dem
Qualitätsmanagement oder dem Informationssicherheitsmanagement
konfrontiert.
Ein weiteres typisches Beispiel findet sich im Umfeld des
Risikomanagements: Das Controlling fühlt sich für das Enterprise Risk
Management, also für die Erfassung von Unternehmensrisiken
verantwortlich. Ein anderes ausgewiesenes Team fokussiert sich auf die
Erfassung der Informationssicherheitsrisiken und ein weiteres Team
interessiert sich für Projektrisiken. Und alle richten ihre Fragen an
die IT.
Was es heute kostet und was es wirklich kosten muss
Bildquelle: avedos business solutions GmbH
Solche Redundanzen erzeugen sehr hohe Aufwände und binden
übermäßig viele Unternehmensressourcen, die auch für andere Aufgaben
verwendet werden könnten. Dabei betreffen diese Effekte nicht nur die
IT, sondern alle Unternehmensbereiche – in der Folge dieser redundanten
Aktivitäten entstehen zudem oft auch hohe Kosten.
Genau diesem Problem tritt GRC entgegen, indem es die unterschiedlichen
Aufgaben konsolidiert in eine GRC-Methodik einordnet, die redundante
Befragungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln vereinheitlicht. Gleiche
Fragestellungen aus unterschiedlichen Themenbereichen können so mit
konsolidierten Fragekatalogen beantwortet werden, anstatt ohne
GRC-Lösung gleiche Fragen nur aus unterschiedlichen Sichten mehrfach
zu stellen. Zu den durch GRC konsolidierten Aufgaben zählen auch die
Aktivitäten des IT-Managements und des
Informationssicherheitsmanagements, beispielsweise im Sinne eines
Managementsystems nach ISO 27001. Die Herausforderung ist hier also,
diese Aufgaben unter einem Dach zusammenzuführen, anstatt weiter mit
Insellösungen und einem hohen Aufwand zu arbeiten.
Neue GRC Software-Lösungen
Aus den genannten Anforderungen entwickelte sich in den letzten Jahren
ein eigener Markt für GRC Software-Lösungen. Das Ziel dieser neuen
Produkte ist es, ein einheitliches Enterprise Management Framework für
verschiedene Anforderungsbereiche zur Verfügung zu stellen und durch
Softwaremodule sowie Methoden die genannten Redundanzen zu vermeiden.
Eine GRC-Lösung ist damit also ein modularer „Software-Baukasten“ für
die Adressierung vielschichtiger Themenfelder, mit denen das Management
moderner Unternehmen heutzutage kontinuierlich konfrontiert ist.
Oft kommt dem Informationssicherheitsmanagement bei GRC-
Überlegungen die zentrale Aufgabe zu, das Thema als Vorreiter
voranzutreiben und dadurch Mehrwerte für andere Bereiche zu schaffen.
In einer solchen Integration werden nicht nur gemeinsame Prozesse
geschaffen, sondern auch Methoden und Tools in einer einheitlichen Form
themenübergreifend zusammengeführt. Damit lassen sich die Aufwände für
die notwendigen Aktivitäten sowohl bei den Durchführenden als auch bei
den Ansprechpartnern erheblich reduzieren.
Die Risikoanalyse für Informationssicherheit unterstützt so
beispielsweise direkt die Darstellung und Kontrolle der gesamten
Unternehmensrisiken. Interne Audits helfen bei der Darstellung der
Überprüfung der Maßnahmen von der (IT-)Revision sowie bei der
Beantwortung von Fragen gegenüber Wirtschaftsprüfern und Kennzahlen
für Informationssicherheit können nun zu einem ganzheitlichen
Kennzahlensystem beitragen.
Ausblick
Im Unternehmen
haben viele Parteien – Geschäftsführung, Wirtschaftsprüfer, Interne
Revision, Aufsichtsbehörden, Qualitätsmanagement und
Informationssicherheitsmanagement – gleiche Informationsanforderungen.
Genau aus diesem Grund liefern GRC-Lösungen ein ganzheitliches
Reporting, das die richtigen Sichtweisen auf vorhandene Informationen
bereitstellt. Zusammengeführte Informationen und Methoden werden so in
zielgruppengerechte, sichtbare Darstellungen gebracht. Damit reduziert
GRC nicht nur den Aufwand bei den Aktivitäten des (IT-)Managements,
die ohnehin in Steuerungsmethoden eingebunden sein müssen, sondern
steigert gleichzeitig auch besonders die Qualität durch effiziente
Synergieeffekte – und das sogar noch bei erheblich geringerem Aufwand.